Ziemlich genau vor 4 Jahren hat Pfarrer Maywurm seinen Dienst auf der Ostalb begonnen. Aus gesundheitlichen Gründen wurde sein Dienst eingeschränkt, und er erhielt als neue Aufgabe einen Teilauftrag für das Altdekanat Aalen zur Aushilfe in den Gemeinden. Da seine körperliche Verfassung stark schwankte, entschied er sich, seinen Dienst schwerpunktmäßig in unserer Seelsorgeeinheit zu tun. Dies war für uns ein unerwartetes und schönes Geschenk des Himmels, und so konnten wir dank seines Engagements in unserer Seelsorgeeinheit weiterhin ein vielfältiges und reiches Gottesdienstangebot sicherstellen.
Pfarrer Maywurm ist ein Pfarrer aus Leidenschaft und erzählt gerne, wie er mit Freude in seinen früheren Gemeinden seinen Dienst tat. Mit den Gemeindemitgliedern Dinge zu planen, mit Kindern Feste einzuüben und zu feiern, Gottesdienste zu feiern, Alte und Kranke zu besuchen, diese Erinnerungen haben sich tief in sein Bewusstsein eingeprägt. Bei uns engagierte er sich vor allem im Feiern der Messe, im Predigen, im Spenden der Sakramente (Beichte, einzelne Taufen, Krankensalbung) und als Hausgeistlicher im Seniorenheim St. Elisabeth. Von der anstrengenden und manchmal konfliktreichen Mitarbeit in den Gremien aber hielt er sich lieber fern. Im Umgang erlebte man ihn als freundlich, angenehm und humorvoll. Bei den Feiern des Pastoralteams war er heiter und entspannt. Die meisten Menschen werden ihn als freundlichen, heiteren und frommen Priester in Erinnerung behalten. Schwer lag ihm allerdings die Krise der Kirche und die Diskussion, wie sie sich in Zukunft entwickeln solle, auf der Seele. Vorschläge wie die Spendung der Taufe durch beauftragte Laien oder die Priesterweihe für Frauen lehnt er fundamental ab, machen ihn zornig und lösen bei ihm leidenschaftliche Abwehr aus. Diese Entwicklung – ja, schon die Diskussion zu solchen Themen – hält er für überflüssig und schädlich. Trotz seiner entschiedenen Positionierung kann er Mensch und Meinung unterscheiden. So pflegte er zu seiner Kollegin und seinen Kollegen im Pastoralen Dienst bei aller Unterschiedlichkeit der Ansichten stets ein herzliches und gutes Verhältnis. Mir scheint dies ein gutes Modell für die Kirche zu sein: Leidenschaft bei der Suche nach dem richtigen Weg für die Zukunft der Kirche – und doch Verbundenheit und Geschwisterlichkeit untereinander. Schmerzlich wurde ihm aber immer wieder bewusst, dass er in seiner spontanen Abwehr anderer Ansichten zu weit gegangen war.
Seit ca. 2 Jahren stellte er fest, dass er seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. So stellte sich für ihn die existenzielle Frage, wo er seinen Platz im Ruhestand finden könnte. Er, der an so vielen Orten in seinem Leben gewohnt und gearbeitet hatte, war sich im Unklaren, wo denn seine zukünftige Heimat sein könnte. Schließlich kamen ihm Freunde aus einer ehemaligen Gemeinde zu Hilfe, um diese Frage zu klären. „Komm doch im Ruhestand zu uns ins Filstal“, meinten diese und ließen ihm dann immer wieder Immobilienangebote zukommen. Schließlich fand er in Salach eine ansprechende Wohnung.
So endet für uns nun die gemeinsame Zeit. Überraschend wird der 5. September, der als Festtag zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum gedacht war, gleichzeitig der Tag des Abschieds. Es wird für viele ein wehmütiger Tag sein. Dir, Franz, danken wir für deinen Dienst, deine Liebe und dein Engagement in unseren Gemeinden. Wir wünschen dir, dass du den Platz gefunden hast, an dem du gerne bleiben willst und du dich aufgehoben fühlst. Mit den Worten der frühen Kirche verabschieden wir uns von dir: „Der Herr sei mit dir!“
Wolfgang Sedlmeier
Foto: Privat
Priesterjubiläum und Verabschiedung von Pfarrer Franz Maywurm sind am Sonntag, 5. September, 10 Uhr, in St. Elisabeth. Anschließend Stehempfang.